5/06/2014

Eine Runde heulen

http://www.randomhouse.de/Presse/Taschenbuch/Die-Buecherdiebin-Roman/Markus-Zusak/pr312074.rhd?pub=1000&men=729&mid=5
Titel: Die Bücherdiebin
Autor: Markus Zusak
Verlag: blanvalet
Einband: Taschenbuch
Seitenzahl: 608
Preis: 9,99€










"Es ist eigentlich nur eine kleine Geschichte, und sie handelt unter anderem von:
- einem kleinen Mädchen
- ein paar Worten
- einem Akkordeonspieler
- ein paar fanatischen Deutschen
- einem jüdischen Faustkämpfer
- und einer ganzen Menge Diebstählen"
(Zusak, Markus: Die Bücherdiebin. München: Blanvalet 2009, S.12.)
Ich finde, der kleine Absatz fasst die ganze Geschichte sehr gut zusammen, denn genau darum geht's. Liesel wird zu Pflegeeltern geschickt, nachdem ihr Vater (ein Kommunist) verhaftet worden ist und ihre ständig kranke Mutter sich nicht mehr um Liesel und ihren kleinen Bruder kümmern kann. Auf dem Weg zu den neuen Eltern stirbt der Bruder aber plötzlich und Liesel stiehlt auf dessen Beerdigung ihr erstes Buch, Das Handbuch für Totengräber. Es ist der erste der Diebstähle.
Das einzige Problem: Liesel kann nicht lesen. Da sie jede Nacht durch Albträume geweckt wird, bringt Hans Hubermann, den sie schon bald Papa nennt, das Lesen bei und jede Nacht lesen sie ein bisschen mehr.

Hans Hubermann ist Anstreicher und Akkordeonspieler. Das Spielen lernte er im Ersten Weltkrieg von einem Juden, dessen Sohn später noch eine wichtige Rolle spielt. Er und seine Frau Rosa, eine üppige Frau, die immer schlecht gelaunt scheint und jeden "Saumensch" nennt, haben zwei erwachsene Kinder. Die Tochter ist unwichtig, der Sohn ist überzeugter Nazi, wo wir auch schon bei den fanatischen Deutschen wären. Da brauch man glaub ich gar nicht viel zu sagen.
Der jüdische Faustkämpfer heißt Max und ist auf der Flucht. Mit falschen Papieren schlägt er sich von Stuttgart nach Molching durch, zu dem Mann, der seiner Familie einst versprochen hatte, ihnen zu helfen. Die Hubermanns verstecken Max im Keller. Auch er hat Albträume, genau wie Liesel. Schnell werden die beiden Freunde. Es wird eine Freundschaft, die einen zu Tränen rührt.

"Die Bücherdieben" ist ein wirklich großartiges Buch. Es geht um Verlust, Freundschaft, Familie, Freude, Trauer, Hoffnung. Schon kurz vor der Hälfte sind bei mir die ersten Tränen gekullert. Es ist unheimlich realistisch, wie die Verhältnisse damals beschrieben werden, sei es das Leben der einfachen Bevölkerung oder das der Juden.
Es gibt Stellen, da konnte ich das Buch einfach nicht weglegen und ich hab gar nicht gemerkt, wie schnell die Zeit vorbei geht. Und manchmal musste ich es zur Seite legen und mir einen Tee kochen um mal ein bisschen durchatmen zu können.
Ich fand es super, dass der Erzähler der Tod war. Aber nicht ein gruseliger, grimmiger Tod, der Krieg toll findet, sondern einer, der den Krieg nicht mehr sehen kann, der traurig über so viel Verlust ist, einer der auch Gefühle hat und Humor.
Das Buch kann ich wirklich nur empfehlen. Man sollte es aber vielleicht nicht in der Öffentlichkeit lesen, außer man hat kein Problem damit, vor wildfremden Menschen zu heulen wie ein Schlosshund :D


3 comments:

  1. Eine schöne Rezension! Oh man dass klingt so toll! Wird auf jeden Fall schnell gelesen, sobald ich das Buch habe und dann der Film geschaut! =D

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  2. Uh, vor der Film hab ich Angst. Ich glaub da muss ich erst noch Taschentücher kaufen :D

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  3. Ging mir genauso, hab auch viel geheult :D

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Ich freue mich über alle Kommentare, also her damit :)