11/10/2014

Typographische Verbrechen #2

 

Ich habe mal wieder ein typographisches Verbrechen gefunden: Silbentrennung bei E-Books.
Im Moment lese ich "1Q48" von Haruki Mukrakami. Beim E-Book ist die Silbentrennung wirklich zum Schreien. Hier habe ich zwei Beispiele, die sogar im gleichen Absatz vorkommen.


Im ersten Beispiel wird "sehr" getrennt. 


Im zweiten Beispiel wird einfach das "t" von "gemerkt" in die nächste Zeile verschoben. Ein "t" nimmt ja auch sehr viel mehr Platz ein, als ein Trennungsstrich...


Ich könnte euch jetzt noch dutzende weitere solcher Beispiele zeigen, wo ein Wort mit einer Silbe getrennt wird, oder einfach nur ein Buchstabe abgetrennt wird.
Es stört den Lesefluss ungemein, es verwirrt und man fragt sich, wer zum Teufel diese Datei formatiert hat. So schwer kann das nicht sein, andere bekommen es ja auch hin. Und gerade bei einem doch literarisch hochwertigerem Buch, ist es wirklich schade. Wenn es sich um ein kostenloses E-Book handelt, was inhaltlich auch nicht gerade anspruchsvoll ist, kann ich eher mal ein Auge zudrücken. Naja, ein viertel hab ich immerhin schon...

Stört euch so etwas auch? Fällt es euch überhaupt auf?

7 comments:

  1. Das ist etwas, was mich ungemein stört an E-Books: Sehr oft werden diese (ganz offensichtlich) nur maschinell erzeugt, ohne dass noch einmal ein Lektor darüber schaut. Silbentrennung ist da sogar nur ein kleines Übel, aber gerade bei älteren Werken merkt man, dass die einfach nur abgescannt und mit einem OCR digitalisiert wurden, ohne dass es jemand korrekturgelesen hat. Da tauchen dann immer die gleichen Fehler auf, die ein Computer bei der Texterkennung eben macht, z.B. "m" wird zu "rn" oder ein "i" wird zum ";" bzw. umgekehrt. Ich hatte schon E-Books, da gaben manche Sätze gar keinen Sinn mehr, weil irgendetwas gefehlt hat oder Wörter geändert wurden ... deswegen lese ich heute auch kaum noch welche ;)
    Aber bei der Silbentrennung bin ich mir auch gar nicht sicher, wie das gehandhabt wird. Denn fest lässt die sich ja gar nicht umsetzen, allein schon wegen der unterschiedlichen Textgrößen auf den Readern. Aber dennoch könnte man zumindest die simpelsten Regeln einprogrammieren, wie z.B. dass eben keine einzelnen Buchstaben abgetrennt werden.

    ReplyDelete
    Replies
    1. Bei den Klassikern ist mir das auch schon aufgefallen. Da nehm ich lieber die Versionen, die 2-3€ kosten, als die für 99cent. Da ist die Wahrscheinlichkeit größer, dass sie gescheit formatiert sind.
      Wie das alles genau funktioniert, weiß ich auch nicht, aber in der Regel geht es ja. Es ist mir zumindest noch nie so stark aufgefallen, wie hier. Wenn man es nicht hinbekommt, einfach die Silbentrennung ausstellen. Geht bei Word ja auch :)

      Delete
  2. Ich störe mich jedes Mal an typographischen wie auch anderen Layout Fehlern, weil sie mich so aus dem Lesefluss heraus reißen. Gerade weil ich nicht verstehe, wie das sein kann. Manche Bücher sind perfekt optimiert und nichts stört, und manche haben so viele von diesen unmöglichen Design Fehlern, dass es einen einfach wahnsinnig macht. Gerade wenn ebooks von einem Verlag rausgebracht werden und nicht selbstpubliziert sind. Gerade diese Leute sollten es besser wissen.

    Klingenfängers Kommentar ist super interessant, weil ihr Beispiel von den Klassikern endlich erklärt, wieso diese oft so seltsam formatiert sind.

    Liebe Grüße,
    Susanne

    ReplyDelete
    Replies
    1. Ich finde es auch ganz schrecklich, wenn nach jedem Absatz eine Leerzeile kommt, obwohl da gar keine hingehört. Ich hatte es auch schon, dass die Schrift winzig und der Zeilenabstand riesig. Um das überhaupt lesen zu können, musste ich die Schrift so groß machen, dass am Ende nur drei Zeilen auf einer Seite waren. Schrecklich.

      Delete
    2. Es scheint leider wirklich so, als würden die Verlage einfach einen Praktikanten hinsetzen, der die älteren Bücher einscannt und mit Texterkennung bearbeitet. In der Tat sollte man gerade bei Verlagen erwarten, dass sie das noch einmal gegenlesen. Aber der Beruf des Lektors ist wohl ohnehin ein aussterbender, weshalb das Korrekturlesen oft auch einfach den Praktikanten überlassen wird.

      Eigentlich war ich immer der Meinung, dass der Lektor trotz E-Books ein Beruf mit Zukunft ist, denn auch digitale Texte müssen ja korrigiert werden. So kann man sich irren ;-)

      Liebe Grüße,
      Patrick

      Delete
  3. Also mich würde das auch sehr stören. Ich bin ja kein E-Book-Leser und ich glaube wenns um sowas geht würd ich auch lieber bei den gedruckten Büchern bleiben. Ich glaub ich könnte mich dann nicht mal mehr auf den Inhalt konzentrieren, weil mich sowas komplett ablenken und irritieren würde. Seit der Grundschule hab ich sowas nicht mehr gesehen.

    ReplyDelete
  4. Das ist ja mal wirklich blöd!!! Allgemein mag ich Trennungen im Wort nicht, aber so unlogische stören einfach nur & sind unnötig!

    ReplyDelete

Ich freue mich über alle Kommentare, also her damit :)