12/31/2014

Der Reiter der Stille

http://www.randomhouse.de/Taschenbuch/Der-Reiter-der-Stille-Historischer-Roman/Gonzalo-Giner/e462620.rhd
Titel: Der Reiter der Stille
Autor: Gonzalo Giner
Verlag: Blanvalet (Random House)
Format: Taschenbuch
Preis: 9,99€
Seiten: 768
ISBN: 978-3-442-38399-3
Klappentext: Andalusien, 1522. In einem Stall wird heimlich ein Kind geboren. Ein Pferd beschnuppert es und haucht ihm den ersten Atem ein … So beginnt das unvergleichliche Leben Yagos, eines Mannes, der sich mit einer Gabe über alle Schicksalsschläge hinwegsetzt: seinem Gespür für Pferde. Auf einem Kartäusergestüt erlebt Yago den Beginn der Zucht der Andalusier, doch dann verschlägt ihn ein Überfall an Bord eines Schiffes in die Kolonien. Auf seiner Reise durch eine Welt im Aufbruch erwartet ihn sein größtes Abenteuer: die Liebe. (Blanvalet)

Yago ist das uneheliche Kind von Don Luis Espinosa und einer Zofe. Die junge Frau erzählt niemandem etwas von der Schwangerschaft, nur ihrer Freundin und ihrer Schwester. Das Kind soll bei der Schwester aufwachsen, doch die ist streng gläubig und will eigentlich nichts mit dem Jungen zu tun haben. Don Luis erfährt von dem Kind und lässt die Mutter einmauern, damit diese niemandem etwas davon sagen kann. Die nächsten Jahre verbringt Yago also bei seiner Tante, die ihn die ganze Zeit über misshandelt und irgendwann in den Keller sperrt.
Yago ist anders. Er kann sich nicht gut ausdrücken, bekommt Anfälle ohne jeglichen Grund und schreit, wenn man ihn berührt. Seine Tante denkt, dass er vom Teufel besessen ist, schließlich ist er in Sünde gezeugt worden. Nach ein paar Jahren stirbt die Tante bei einem Unfall und Yago wird von den Nachbarn in ein Kloster gebracht. Auch da weiß niemand, was mit dem Jungen ist. Er lernt nicht, er kann nicht lesen, nicht sprechen und die anderen Kinder hänseln ihn. Schließlich hält der Prior es nicht mehr aus und will Yago umbringen, wird aber von einem anderen Mönch davon abgehalten. Von da an ist es dieser Mönch, Camilo, der sich um Yago kümmert. Er ist der erste Mensch, der Yago nicht wegstösst, der erste Mensch, zu dem Yago eine Beziehung aufbauen kann. Und als er das erste Mal mit den Pferden des Klosters zu tun hat, fängt er sogar an zu sprechen.
Doch das Schicksal meint es nicht gut mit ihm. Eines nachts werden die Pferde gestohlen und Yago bleibt bei ihnen. Dadurch gelangt er nach Jamaika und wird versklavt.

Es werden viele Charaktere vorgestellt, deren Weg sich irgendwann kreuzt. Zunächst Yago, Don Luis, seine Frau, Camilo und Fabián Mondrago. Don Luis betreibt illegalen Pferdehandel und Fabián ist ihm auf die Schliche gekommen. Doch Don Luis hat mächtige Freunde und lies Fabián fast umbringen. Fabián schwört Rache und bereitet sich Jahre lang darauf vor.
Auf Jamaika gibt es noch die junge Carmen, die mit einem reichen Plantagenbesitzer verheiratet wird und Volker, der sie auf der Reise begleitet hat und auf die aufpasst.
Im Laufe der Geschichte treffen Camilo und Fabián aufeinander, als Camilo nach Yago sucht und Fabián Hinweise auf Don Luis Machenschaften bekommt. Zusammen reisen sie nach Jamaika und treffen dort auf Carmen und Volker, denn die gestohlenen Pferde befinden sich im Besitz von Carmens Mann.

Eigentlich habe ich mit einem ganz "normalen" historischen Roman gerechnet (was keinesfalls negativ zu bewerten ist) und ich wurde überrascht. Es geht um einen autistischen Jungen im 16. Jahrhundert. Niemand weiß, was ihm eigentlich fehlt, da er körperlich gesund ist. Yago kann sich bloß nicht ausdrücken, nicht sagen, was er fühlt. Er weiß, dass er anders ist aber er kann es einfach nicht ändern. Erst als er mit den Pferden arbeitet ist er richtig glücklich. Die Pferde und Camilo, später auch Carmen und Volker, helfen ihm zu "leben" und sie akzeptieren ihn so, wie er ist.

Fazit: "Der Reiter der Stille" ist eine unheimlich rührende Geschichte. Yago wird von fast jedem für verrückt oder dumm gehalten, wird misshandelt, versklavt und abgelehnt. Eigentlich will man ihn nur in den Arm nehmen und ihm sagen, dass alles wieder gut wird.


PS: 2€ in den Sparstrumpf, nächstes Buch für Ach, du dickes Ding
PPS: Vielen Dank an Blanvalet für das Rezensionsexemplar!

2 comments:

  1. Von Gonzalo Giner habe ich auch schon ein Buch gelesen!
    Es hieß "Der Heiler der Pferde".
    Habe dem aber damals nur 3 von 5 Punkten gegeben...
    Naja, das wars dann mit dem Autor für mich.

    Aber freut mich, dass dir dieses Buch gefallen hat!
    Ich bin übrigens durch den Kommentiertag bei dir gelandet. ;)

    Liebe Grüße,
    Ramona
    http://kielfeder-blog.de

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    Replies
    1. Ich hab bis jetzt nur das Buch von ihm gelesen und wenn die anderen auch so sind, dann ist das echt geschmackssache. Schon ein bisschen speziell :)
      Hatte dich beim Kommentiertag auch schon entdeckt :D
      Lg

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Ich freue mich über alle Kommentare, also her damit :)