12/10/2014

Hinter den Spiegeln - Das Wiener Vermächtnis

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Titel: Hinter den Spiegeln - Das Wiener Vermächtnis
Autor: Ulrike Schweikert
Verlag: MIRA Taschenbuch
Format: Hardcover
Preis: 19,99 €
Seiten: 464
ISBN: 978-3-95649-064-4
Klappentext: Wien 1892. Bei einem tragischen Sturz verliert die junge Komtess Luise von Waldenberg ihr Gedächtnis. Aber gerade das öffnet ihr die Augen: Die Dekadenz des Hofadels kommt ihr plötzlich verlogen vor, im elterlichen Palais erscheint ihr die strenge Aufteilung zwischen den Bediensteten und ihrer eigenen Familie falsch. Und warum werden treppauf und treppab Wahrheiten verschwiegen statt ausgesprochen?
Doch Luise ist nicht allein: In der Werkstatt des jungen Zuckerbäckers Stephan Brucker erlebt sie eine sinnliche Welt voller Düfte, süßer Genüsse und warmer Vertrautheit. Eine Mesalliance bahnt sich an, die auf höchste Empörung stößt. Denn es gibt ungeschriebene Gesetze, die niemand brechen darf. Könnte doch davon die Zukunft der Donaumonarchie abhängen...
(MIRA Taschenbuch)

Als Luise aufwacht, weiß sie nicht, wo oder wer sie ist. Sie wird mit Komtess angesprochen und fragt sich, ob sie das wirklich ist. Sie weiht nur ihre Kammerjungfer Dana ein, damit diese ihr helfen kann. Sie erklärt ihr, wer sie ist, wer die ganzen Menschen um sie herum sind. Ihre Mannieren hat Luise nicht vergessen. Sie weiß noch immer, wie man sich am Hofe zu geben hat, erkennt, wenn jemand von niederem Stand ist und was gerade in Mode ist. Nur die Menschen erkennt sie nicht.
Dana erzählt das Geheimnis ihrer besten Freundin, ebenfalls dort angestellt, und Milan erfährt davon, der Haushofmeister. Er mochte Luise schon immer und hilft ihr ebenfalls. Dennoch hat Luise immer das Gefühl, dass ihr etwas verschwiegen wird. Und nur langsam kommt sie dahinter, was es ist.
Luises Mutter, Antonia, verlässt ihr Zimmer nicht mehr, seit dem ihr Sohn Martin verstorben ist. Im Palais leben ebenfalls noch Antonias Bruder und dessen Familie. Antonia war nur die Tochter eines Barons und Luises Vater hat unter seinem Stand geheiratet, was die Gesellschaft ziemlich aufgewühlt hat. Nun ist es seine Pflicht, dasfür zu sorgen, dass die Familie seiner Frau gut versorgt wird.

Der Leser geht mit Luise auf Entdeckungsreise. Man weiß nicht, wie es zu dem Unfall gekommen ist, man weiß nicht, was die anderen vor Luise geheim halten. Man weiß nur, dass irgendwas ziemlich faul ist und Lusie will herausfinden, was es ist und warum keiner über ihren Bruder sprechen will. Sie entdeckt ihre alten Tagebücher und muss mit Schrecken feststellen, dass sie ihren Bruder gehasst hat. Jetzt befürchtet sie, dass sie etwas mit seinem Tod zu tun hatte. Sie war vor ihrem Unfall ziemlich oberflächlich, unhöflich und unsympathisch.
In ihren Tagebüchern liest sie auch, dass sie so gut wie verlobt war, mit Rudolf, Fürst von Thernitz. Sie mag ihn zwar nicht besonders, aber er hat eben den richtigen Titel und genug Geld. Mehr braucht man ja nicht. Die Verlobung wurde aber nie öffentlich bekannt gegeben und sie steht jetzt auf der Kippe. Beide Seiten sind verärgert. Der Fürst hat Luise einen Präsentkorb geschickt und auch seine Karte hinterlassen, doch eine Antwort blieb aus. Schnell wird jedoch klar, dass ein Dritter seine Finger im Spiel hat. Leider ist es auch ziemlich offensichtlich, wer es war.

In Luises Leben gibt es drei Männer. Rudolf, der Fürst, Stephan, der Zuckerbäcker und Max, ihr Cousin. Alle, die das Buch gelesen haben, werden bestimmt sagen: Ich bin für Stephan, die Liebe ist stärker als Geld, Titel und Stand. Love conquers all...
Tja, ich bin für den Fürst. Ich mag ihn. Rudolf ist groß, hat dunkle Haare, guckt immer grimmig, ist unhöflich und blickt auf die herab, die unter seinem Stand sind. Ich weiß, es klingt nicht besonders symphatisch aber es erinnert stark an Mr. Darcy und wer mag den nicht :) Immer wieder kommt auch eine andere Seite zum Vorschein. Wenn er lächelt, verwandelt sich sein ganzes Wesen. Wenn er mit Luise spricht, überschüttet er sie nicht mit wertlosen Komplimenten, wie alle anderen jungen Männer. Er ist ehrlich und ihm ist egal, was andere von ihm denken. Und Luise hat sehr lustige Reaktionen auf ihn. Sie kann ihn offensichtlich nicht ausstehen, er ist arrogant und eingebildet und sie kann sich nicht vorstellen, ihn jemals zu heiraten. Er verunsichert sie und das ist sie nicht gewohnt.
Warum nicht Stephan? Weil er langweilig ist und er keine Ecken und Kanten hat. Er ist der typische arme Junge, der das Herz der Adeligen erobert, gerade, weil er arm ist und nicht ihr Geld will. Er hat sich in sie verliebt, als sie noch ihr altes, arrogantes Ich war und liebt sie jetzt noch mehr. Luise fühlt sich bei ihm wohl und kann sie selbst sein, dennoch hatte ich nicht das Gefühl, dass sich da die große Lovestory anbahnt. Die Beziehung wäre auch zu perfekt, es würde keinen Streit geben und alles wäre immer Sonnenschein. Langweilig eben.
Und was ist mit Max? Unsympathisch von der ersten Minute an. Er ist der Sohn eines armen Barons und ein Spieler. Er liebt Luise und will sie ebenfalls heiraten, doch das ist fast genauso unmöglich, wie eine Heirat mit Stephan. Max ist unter ihrem Stand, es würde ein Skandal geben. Dennoch gibt er nicht auf und versucht Luise für sich zu gewinnen.

Hundertprozentig konnte mich das Buch nicht überzeugen. Zu schnell war klar, wer hinter allem steckt und warum. Dadurch war der Showdown am Ende nicht ganz so spannend, wie er hätte sein können. Das Einzige, was die Spannung aufrecht erhalten hat, war die Frage, wen Luise nun heiraten wird. Und die Frage wurde nicht beantwortet. Zumindest noch nicht, denn es soll einen zweiten Teil geben.
Die Bewertung fällt mir nicht ganz leicht. Eigentlich hat es mir Spaß gemacht, das Buch zu lesen. Ich mochte Luise, aber manchmal hat sie zu viel auf sich beruhen lassen und nicht weiter darüber nachgedacht obwohl es sehr verdächtig war. Da waren ihre "Männerprobleme" wichtiger.

Fazit: "Hinter den Spiegeln" ist ein interessantes Buch, das dem Leser einen schönen Einblick in die Wiener Gesellschaft gibt. Leider wurde die Spannung alleine durch die Heiratsfrage aufrecht erhalten, da das "Geheimnis" recht schnell aufgeklärt war. Dennoch freue ich mich auf den zweiten Teil und die weitere Reise der Charaktere.


PS: Danke an MIRA Taschenbuch und Blogg dein Buch für das Rezensionsexemplar.
PPS: 2€ in den Sparstrumpf.

3 comments:

  1. Hallo Kerstin, ich habe das Buch auch soeben beendet?
    Es wird eine Fortsetzung geben? Ich habe das ganze Internet durchstöbert, aber bin nicht fündig geworden. Denn mit diesem Epilog kann ich nicht leben :D

    LG Andrea

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    Replies
    1. Ich hab das bei einer anderen Bloggerin gelesen. Sie hat gesagt, sie hat es aus sicherer Quelle :D
      Es muss ja auch eigentlich einen zweiten Teil geben, man ist am Ende ja genau so schlau wie vorher :)

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    2. Haha^^ ja da hast du Recht :)
      Lassen wir uns überraschen. Ich werde die Fortsetzung mit Sicherheit lesen.

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Ich freue mich über alle Kommentare, also her damit :)