1/25/2015

Dracula - Die Wiederkehr

http://www.egmont-lyx.de/buch/dracula-die-wiederkehr/
Titel: Dracula - Die Wiederkehr
Autor: Dacre Stoker und Ian Holt
Verlag: Egmont LYX
Format: Hardcover
Preis: 19,95€
Seiten: 592
ISBN: 978-3-8025-8220-2
Klappentext: London 1912 – fünfundzwanzig Jahre sind vergangen, seit die Vampirjäger um Professor Van Helsing den gefürchteten Dracula zur Strecke brachten. Doch der Friede ist trügerisch. In London geschehen grausame Morde. Irgendjemand scheint es auf diejenigen abgesehen zu haben, die damals an der Vernichtung des dunklen Grafen mitwirkten. Könnte es sein, dass der legendäre Dracula noch unter den Lebenden weilt? (Egmont LYX)

Ich dachte, das wäre die inoffizielle Fortsetzung, aber es ist sogar die offizielle, was das Ganze noch schlimmer macht...

Das Cover hatte mich direkt angesprochen, Dracula ist immer gut, es wurde für 3,99€ als Mängelexemplar verkauft und eine Freundin fand das Buch ganz gut. Also habe ich es natürlich gleich gekauft.

Der Anfang hat mir wirklich gut gefallen. Dr. Seward, inzwischen süchtig nach Morphium, macht sich auf den Weg Erzsébet Báthory zu töten. Natürlich ist sie ein Vampir. Der Versuch scheitert aber Seward weiß, wohin sie als nächstes geht und folgt ihr.
Quincey Harker, Sohn von Jonathan und Mina, studiert auf den Wunsch seines Vaters in Paris um Anwalt zu werden. Doch Quincey wäre lieber Schauspieler, wie sein großes Idol Basarab, den er sogar kennen lernen darf. Am selben Abend wird Seward umgebracht. Kurz darauf auch der Alkoholiker Jonathan Harker. Mina und Jonathan hatten sich auseinander gelebt. Mina ist seit 25 Jahren nicht mehr gealtert und ruft in ihren Träumen immer wieder nach ihrem dunklen Prinzen Dracula. Doch sie betont immer wieder, dass sie Jonathan liebt, denkt aber gleichzeitig an Dracula. Nicht wirklich überzeugend.

In der Zwischenzeit untersucht Inspektor Cotford die Morde an Seward, einem Mädchen (Vampir, was er aber nicht weiß) und auch an Jonathan. Er denkt es wäre Jack the Ripper...sorry...Jack der Schlitzer, wie er so "schön" übersetzt wurde. Cotford zieht die irrwitzigsten Schlussfolgerungen. Er ist der Meinung, dass Van Hesling Jack the Ripper ist.

Spoiler Anfang! (markieren um den Text zu sehen)
Weil Quincey lieber Schauspieler wäre, anstatt Anwalt, fängt er an mit Van Helsing Menschen umzubringen. Aha...
Spolier Ende!

Bram Stoker selbst kommt in dem Buch vor. Er versucht gerade "Dracula" auf die Theaterbühne zu bringen und da merkt auch Quincey, dass das Leben seiner Eltern eine Lüge war und will die Wahrheit herausfinden. Basarab soll gegen den Wunsch Stokers Dracula spielen. Basarab, der aus Rumänien kommt (Zufall???), verteidigt Dracula, den Held seiner Nation. Er sagt auch, dass Dracula Lucy Westenra nur zu einem Vampir gemacht hat, weil Van Helsing die Bluttransfusion verpfuscht hat. Er stellt Dracula als den Guten hin, als einen Ritter Gottes.

Spolier Anfang!
Tadaaa, Basarab ist Dracula, von den (Un)Toten wieder auferstanden. 
Spolier Ende!

Die Handlung geht bis Seite 548, der Rest ist Anhang. Bei Seite 503 habe ich abgebrochen. Mir gingen die Charaktere immer mehr auf die Nerven, besonders Mina, die ganz offensichtlich Dracula immer noch liebt, im gleichen Satz aber sagt, was für ein Monster er ist und im nächsten wieder, dass er ein guter Mann ist. Da soll einer mal durchblicken. 
Cotford mit seinen sinnlosen Schlussfolgerungen und "Polizeiarbeit" war einfach nur lächerlich. Nichts davon hat Sinn gemacht.
Quincey, der seinen Vater sein Lebenlang verachtet hat und seine Mutter geliebt, empfindet nun genau umgekehrt, nachdem sein Vater ermordet wurde und er endlich erfährt, warum Mina nicht altert. Wenn er seinen Verstand benutzt hätte, wäre ihm einiges erspart geblieben.

Aber das Schlimmste war die Kritik an "Dracula". Einiger der Handlungsstränge wurden als falsch dargestellt, Dracula als der Held und Van Helsing mehr oder weniger als der Böse, der Lucy fast umgebracht hätte. Von der Liebesgeschichte zwischen Dracula und Mina mal ganz zu schweigen. Die war eigentlich der Hauptgrund, warum ich abgebrochen habe. Das geschnulze konnte ich mir nicht mehr antun. Das Ende habe ich mir bei Wikipedia durchgelesen und bin wirklich froh, dass ich vorher aufgehört habe. Es ist einfach nur absurd

Spoiler Anfang!
Quincey ist gar nicht Jonathans Sohn, sondern Dracula. ABER, allein rein rechnerisch funktioniert das schon nicht. Quincey's Geburtstag ist der gleiche wie der Todestag seines Namensgebers, nur eben ein oder zwei Jahre später. Er wurde also gezeugt, als Dracula schon längst tot war...
Mina lässt sich in einen Vampir verwandeln, damit sie gegen die Báthory kämpfen kann, Dracula lässt sich von der Sonne töten und Mina tut es ihm dann gleich, damit sie bei ihm und bei Jonathan sein kann. Dass sie Jonathan wirklich geliebt hat, glaube ich ihr einfach nicht. Quincey geht dann nach Amerika um dort ein neues Leben anzufangen. Denkt daran, es ist das Jahr 1912. Und welches berühmte Schiff, lief 1912 aus?? Richtig! Die Titanic...
Spoiler Ende!

Fazit: Selten habe ich mich so über ein Buch geärgert. Charaktere, die einem immer mehr auf die Nerven gehen und unlogisch handeln sind da nur der Anfang. Wenn man schon seinem Familienvermächtnis gerecht werden will, sollte man vielleicht das Original nicht ständig kritisieren und sich die Handlung und auch historische Fakten so hinlegen, dass es einem passt. Wenn man "Dracula" nicht gelesen hat, ist es bestimmt nicht schlecht, aber wenn man es gelesen hat, grenzt es schon an Dreistigkeit und Hochmut. Da der Anfang aber nicht schlecht war, gibt es von mir ein gnädiges ganzes Buch.



PS: 2€ in den Sparstrumpf, nächstes Buch für Ach, du dickes Ding, Nr. 40 für Daggis Buch-Challenge.

4 comments:

  1. Huhu Kerstin,
    das Cover und Dracula hätte mich jetzt glatt auch angesprochen, aber nach deiner Rezi lass ich lieber doch die Finger davon...

    Liebe Grüße vom Lesemonsterchen Dani

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    1. Hey,
      es ist wirklich schade, dass es nix war, es hätte so gut werden können :)
      Lg

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  2. Huhuu naa das klingt ja wirklich grausig uiiu, dann werd ich da lieber die Finger von lassen. Aber ich hatte ja eh schon befürchtet, das so eine Forsetzung von so einem Werk nur schief gehen kann. glg Franzi

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    1. Normalerweise mag ich solche Fortsetzungen auch nicht. Ich würde zum Beispiel nie eine Fortsetzung von Sherlock Holmes kaufen. Aber hier dachte ich, es bleibt ja in der Familie...Naja, hinterher ist man immer schlauer :D

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Ich freue mich über alle Kommentare, also her damit :)