3/16/2015

"Der Teufel von New York" von Lyndsay Faye (Band 1)

http://www.dtv.de/buecher/der_teufel_von_new_york_24993.html
Titel: Der Teufel von New York (Timothy Wilde Mysteries #1)
Autor: Lyndsay Faye
Verlag: dtv
Format: Broschiert
Preis: 15,90 €
Seiten: 480
ISBN: 978-3-423-24993-5
Klappentext: New York 1845. Die gerade gegründete Polizei der Stadt ist ein zusammengewürfelter Haufen von Schlägertypen und seltsamen Vögeln. Auch Timothy Wilde gehört dazu - gegen seinen Willen. Bei einem Brand wurden seine Zukunftspläne zerstört, sodass er jetzt jede Arbeit annehmen muss, die sich bietet. Eines Tages läuft ihm ein völlig verstörtes kleines Mädchen in die Arme, bekleidet mit einem blutdurchtränkten Nachthemd. Sie will oder kann nicht sagen, wer sie ist. Da sie selbst körperlich unverletzt ist, muss das Blut von einer anderen Person stammen. Kurz darauf findet Tim auf einem entlegenen Gelände neunzehn Kinderleichen. Es kursieren die wildesten Gerüchte, und die politische Situation ist bis zum Zerreißen angespannt … (dtv)

Timothy Wilde ist mit seinem Leben als Bartender eigentlich zufrieden. Durch Trinkgelder verdient er nicht schlecht und hat sich einiges zusammengespart. Sein nächstes Ziel ist es, Miss Mercy Underhill die große Frage zu stellen. Die beiden kennen sich schon seit Jahren und Tim war schon immer in die Pastorentocher verliebt, die jedoch nichts davon mitbekommen hat. Alles scheint gut, bis am 19. Juli 1845 ein Feuer in New York ausbricht. Tim's Wohnung und seine ganzen Ersparnisse verbrennen und er selbst wird im Gesicht verbrannt.
Sein Bruder Valentine, Demokrat und Feuerwehrmann, überredet ihn, bei der neu gegründeten Polizei zu arbeiten. Tim ist zwar alles andere als begeistert, aber er hat keine andere Wahl. Er sucht sich eine neue Wohnung und geht auf Streife. Schon nach kurzer Teit läuft ihm ein Mädchen in die Hände, die voller Blut ist. Ihm wird klar, dass das Mädchen eine Kinderprostituierte ist und tut alles dafür, dass sie nicht gefunden wird. Mit ihrer Hilfe findet er 19 Kinderleichen, nachdem bereits ein Junge mit aufgeschlitztem Brustkrob gefunden wurde, der im gleichen Haus gearbeitet hat, wie das Mädchen.

Am Anfang jeden Kapitels gibt es einen kleinen Ausschnitt aus einer Zeitung, Predigt oder Rede, die alle aus der damaligen Zeit stammen und hauptsächlich auf die Probleme mit den Iren hinweisen. Die protestantischen New Yorker wollten die katholischen Iren aus ihrer Stadt vertreiben. Denn die Katholiken sind Teufel, treiben Unzucht und sind Barbaren. Sogar Pastor Underhill weigert sich einer Frau Milch für ihren Säugling zu geben, solange sie noch dem Katholizismus angehört.

Die Morde scheinen das Werk eines irischen Fanatikers zu sein. Das darf nicht an die Öffentlichkeit gelangen, da sonst ein Krieg zwischen New Yorkern und Iren ausbrechen würde. Es würde auch das Ende der Polizei bedeuten, wenn der Täter nicht gefasst werden würde. Also sagt die Polizei, dass es gar keine Kinderleichen gibt. Nur Tim und sein Bruder sind weiterhin an dem Fall dran. Zusammen mit dem Mädchen, Bird Daly, einer Bande von Zeitungsjungs, Mercy Underhill und einem Arzt, versuchen sie herauszufinden, was passiert ist. Und nebenbei müssen die Brüder auch die Konflikte zwischen ihnen lösen

Der Einstieg ist mir ein bisschen schwer gefallen, da besonders Valentine oft Flash benutzt, die Gaunersprache. Z.B.: Baal = Mann, dibbern = reden, Giges = Unsinn, pschito = sicher. Meistens ergibt es sich aus dem Zusammenhang aber manchmal versteht man kein Wort. Ich wusste auch nicht, dass hinten ein kleines Glossar drinne ist, das habe ich erst später gemerkt.
Ansonsten gefällt mir der Schreibstil ganz gut, nur waren mir die Kapitel manchmal ein bisschen lang oder es kam mir nur so vor. Das Cover hat es mir direkt angetan in der Buchhandlung und ich musste eigentlich gar nicht mehr den Klappentext lesen. Historische Krimis mag ich viel lieber als zeitgenössische, vor allem, wenn es ein besonderer/wichtiger historischer Hintergrund ist.

Tim mochte ich ganz gerne. Er hat mich ein bisschen an Sherlock Holmes erinnert, da ihm viele Details auffallen, die andere nicht sehen. Aber im Gegensatz zu Sherlock ist Tim ganz normal, was den Umgang mit anderen Menschen angeht. Das kleine Mädchen, Bird Daly, hat schon viel mitgemacht in ihrem kurzen Leben und will auf keinen Fall mehr zurück ins Bordell. Sie muss erst nach und nach wieder lernen Kind zu sein. Valentine war mir nicht direkt unsympathisch aber er ist schon ein komischer Kauz. Er war schon immer das "Problemkind", geriet in Schlägereien und nahm Opium. Auf der anderen Seite ist er Feuerwehrmann, bei der Polizei und politisch engagiert. Bis zum Ende wurde ich nicht so richtig schlau aus ihm.

Fazit: "Der Teufel von New York" erzählt die Geschichte von den Anfängen der New Yorker Polizei, den Konflikt mit den katholischen Iren und Kinderprostitution. Auch, wenn die Handlung spannend war und ich bis zum Ende nicht wusste, wer der Täter ist, hatte ich nicht das Bedürfnis ständig weiterlesen zu müssen. Jedoch kann ich nicht sagen, warum das so war. Auf alle Fälle war es spannend und sehr interessant und ich werde mir auch den zweiten Teil der Reihe besorgen.


PS: 2€ in den Sparstrumpf, Ach, du dickes Ding!, Ran an den SuB, Nr. 15 für Daggis Buch-Challenge.

9 comments:

  1. Danke für die Kritik, nun hüpft dieser Band mal nach oben auf meiner Wuli und wird nach Ostern direkt geholt, damit ich Band 2 lesen kann :)
    Klingt nämlich ganz nach einem Buch für mich :3

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    1. Hey,
      freut mich :) Band 2 soll sogar noch besser sein :D
      Lg

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  2. Ich setze das Buch auch mal auf meine Wunschliste. Krimis sind zwar nicht mein Lieblingsgenre, aber ich sagte je bereits, dass mich das Setting und das Drumrum interessiert. Wäre für mich eher ein Buch, das ich ausleihen würde, anstatt es zu kaufen... Ich check mal meine Bibliotheken ab :)

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    1. Hey Cat,
      das klingt nach einer guten Idee :) Dann kann man es immer noch kaufen, wenn es einem doch so gut gefällt :D
      Lg

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  3. Hallo Kerstin,

    schöne Rezension! Mir hat es ebenfalls gefallen, gerade der historische Teil um die Entstehung der New Yorker Polizei hatte es mir angetan.

    Ja, der Flash war schon ein Wahnsinn beim Lesen! Es gibt ja mittlerweile einen 2. Teil und anscheinend wird auch da wieder diese Gaunersprache verwendet. Ich persönlich finde die nur störend.

    Liebe Grüße,
    Nicole

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    1. Hey Nicole,
      danke schön :)
      Ich hab gehört, dass es im zweiten Teil nicht so schlimm ist :) Ich finde, man gewöhnt sich dran und man kann ja dann im Glossar hinten nachgucken :)
      Lg

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    2. Sehr gut! Werde mir den 2. Teil bestimmt bei Gelegenheit holen. Stimmt schon, aber das herumblättern finde ich einfach störend. Aber egal, man kann halt nicht alles haben.

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  4. Hallo liebe Kerstin!
    Weil du auf meinem Blog zu Teil 2 der Reihe kommentiert hast, dass du dich aufs Lesen freust, bin ich nun ja total neugierig, ob du Band 1 auch schon gelesen hast bzw. wie du ihn fandest und dachte mir, ich komme mal vorbei und schaue, ob du eine Rezension dazu hast - und tadaaa, ich bin fündig geworden. :D
    Genau wie du, war ich auch schon allein vom Cover des Buches total angetan und musste gar nicht mehr unbedingt den Klappentext lesen, um zu wissen, dass ich es lesen mag. Ich war mit der Gaunersprache, dem Flash, auch ein wenig überfordert, muss ich gestehen. Habe manchmal auch nur 'Bahnhof' verstanden und bis zum Schluss nicht gewusst, dass es hinten ein Glossar dazu gegeben hätte.^^ Naja, aber ich kann dir sagen, ich habe schon ein paar Rezensionen zu dem Buch gelesen und die meisten haben eben das Flash kritisiert, und es scheint so, als hätte die Autorin sich das zu Herzen genommen und hat es bei Teil 2 besser gemacht. Flash kommt zwar immer noch vor, aber bei weitem nicht sooooo viel wie in Teil 1 und ich hatte das Gefühl, dass es verständlicher war, bzw. auch gleich direkt im nachfolgenden Text erklärt wurde, was es heißt. Das war ein großer Pluspunkt für mich. Also da brauchst du dir bei Band 2 keine Sorgen machen, dass es wieder schwierig werden könnte, mit dem Flash. ;) Und nun weißt du ja auch, dass es hinten ein Glossar gibt. ;-P
    Tim ist in meinen Augen ein toller Protagonist, ich hatte ihn richtig gerne, vor allem hat mir dieses Geplänkel zwischen ihm und seinem Bruder gefallen. Man wusste immer ganz genau, wenn sich die beiden auch noch so sehr zoffen, sie halten doch immer zusammen, sie sind Brüder und lieben sich auch wie solche und das fand ich immer bewundernswert und schön zu lesen.
    Wenn du Bird Daly gern mochtest, kannst du dich freuen, denn in Band 2 hat sie auch ihren Auftritt bzw. mehrere kleinere. :)
    Ganz allgemein hat mir Band 2 viel besser gefallen, als Band 2. Ich hatte das Gefühl, dass die Autorin sich die Kritiken wirklich zu Herzen genommen und daran gearbeitet hat - herausgekommen ist eine großartig atmosphärische, spannende historische Krimifortsetzung, die mich wunderbar unterhalten konnte.

    Alles Liebe ♥ und viel Spaß mit "Delia Wright". ;)

    P.S.: Der dritte der Teil der Trilogie erscheint:
    http://www.dtv.de/buecher/das_feuer_der_freiheit_26086.html

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    1. Hey Janine,
      ich hab schon von mehreren gehört, dass der zweite Band besser ist :) Ich würde den ersten eigentlich nochmal gerne im Original lesen, um zu wissen ob das Flash da auch so komisch war. Ich könnte mir nämlich vorstellen, dass es an der Übersetzung liegt :) Das fände ich mal interessant :D
      Lg

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Ich freue mich über alle Kommentare, also her damit :)