5/08/2016

Mein Bullet Journal und ich

Bereits seit letztem Jahr besitze ich ein Bullet Journal, beziehungsweise, habe mir eins angelegt. In Deutschland ist es noch ziemlich unbekannt, weshalb ich euch das Konzept ein bisschen näher bringen möchte :)

 

Was ist ein Bullet Journal?


Der Erfinder des Bullet Journals, Ryder Carroll, definiert sein System so: The Bullet Journal is a customizable and forgiving organization system. It can be your to-do list, sketchbook, notebook, and diary, but most likely, it will be all of the above. It will teach you to do more with less. (Bullet Journal Homepage)
Für mich als absoluten Listen-Liebhaber ist es das perfekte System. Keine tausend Post-its überall, keine ewigen Listen im Handy, sondern alles auf einem Blick. Ich kann es so gestalten, wie ich es möchte, kann mein Layout ändern, wann und wie ich möchte, und kann insgesamt einfach machen, was ich will.

Wie fange ich an?

 
 Zuerst braucht man ein Notizbuch. Was für eins, ist völlig egal. Ich hatte bereits ein kariertes Moleskine, ein kariertes leuchtturm1917 und jetzt wieder ein leuchtturm1917, aber dotted, also gepunktet. Verziert habe ich es mit ein bisschen Washi-Tape und einem pinken Stiftehalter.

Als nächstes braucht ihr, logischerweise, einen Stift. Auch hier ist es natürlich völlig egal, ob ich mit Bleistift, Kugelschreiber oder Füller schreibt. Angefangen habe ich mit Kugelschreiber, bin aber mittlerweile auf Faber-Castell PITT artist pens umgestiegen. Um das Ganze etwas farblicher zu gestalten, benutze ich ganz normale Fineliner von Stabilo und Staedtler. Ansonsten besitze ich noch Washi-Tape und verschiedene Stempel zur Verzierung, sowie ein paar Sticker.



Schritt 1: Der Index
Praktisch bei den Notizbüchern von leuchtturm, ist, dass sie bereits einen vorgefertigten Index haben, sowie paginierte Seiten. Ansonsten macht man einfach eine Tabelle selbst.
Da es im Bullet Journal nicht immer eine richtige Ordnung gibt (erkläre ich später noch), ist der Index besonders wichtig um schnell die gesuchte Seite zu finden.
Zugegeben, ich benutze ihn recht selten, da ich einfach gerne in meinem Journal blättere :)







Schritt 2: Die Legende
Der Name "Bullet Journal" kommt von dem Begriff "bullet point", was so viel bedeutet wie Aufzählungszeichen. Und da im Bullet Journal verschiedene bullet points verwendet werden, ist eine Legende, besonders zu Beginn, recht nützlich.
Auch hier steht es euch wieder völlig frei, welche Zeichen ihr benutzt. Ich orientiere mich an den "alten" bullet points, nämlich:
- ein Kästchen für Aufgaben
- ein Häckchen für erledigte Aufgaben
- ein Pfeil für verschobene Aufgaben
- einen dicken Punkt für "events", also Termine, Verabredingen, usw.
- Spiegelstriche für Notizen
zusätzlich: - eine Brille (Stempel) für "Ich lese gerade..."

Es gibt soooo viele verschiedene Möglichkeiten. Meistens fängt man mit den Basics an und passt diese dann an seinen Geschmack an.


Schritt 3: Monatsübersicht
Ryder Carroll fängt gleich mit dem Future Log an (meine Variante kommt später), ich beginne lieber mit der Monatsübersicht. Auch hier habe ich zunächst die Variante von Ryder Carroll übernommen. Nämlich die Wochentage an die Seite zu schreiben. Also eigentlich wie eine Monatsübersicht in einigen Kalendern. Auf die nächste Seite kommen dann die Aufgaben, die man in diesem Monat erledigen will. Inzwischen habe ich das ebenfalls geändert.

So sieht es jetzt aus. Wie ich finde, ist es viel schöner und irgendwie offener als vorher und auch übersichtlicher. Ich habe jedes zweite Wochenende frei und kann das hier besser sehen.





 Schritt 4: Die einzelnen Tage
Nach der Monatsübersicht kann man noch eine Wochenübersicht machen, was sich für mich aber nicht rentiert hat. Ich springe direkt zu den Daylies. Zunächst habe ich immer nur für einen Tag geplant, dann einen Strich gezogen und dann erst den nächsten gemacht. Ich wollte keinen Platz verschwenden und hatte Angst, dass ich nicht genug hätte. Dann habe ich angefangen, die Tage zu umranden. Das hat mir auch eine ganze Zeit lang gefallen. Es hatte was von Ordnung. Durch das ständige Rumtöbern in Facebook Gruppen und bei Pinterest, habe ich aber auch das wieder verworfen.
Inzwischen plane ich immer sechs Tage. Warum nicht sieben? Weil sieben einfach nicht auf eine Seite passen und ich Samstag und Sonntag nicht zusammen nehmen will, da ich, wie gesagt, jedes zweite WE frei habe und mir das dann zu unübersichtlich wird.
Neben den neuen Überschriften, die ich jeden Tag anmale, habe ich auch noch Wettersymbole eingeführt, die das Ganze nochmal aufpeppen, wie ich finde :)


Schritt 5: Future Log
HIER könnt ihr einige Beispiele für ein Future Log sehen. Im Prinzip nimmt man eine Doppelseite für sechs Monate und schreibt dort wichtige Dinge/Aufgaben/Termine rein, die in den kommenden Monaten anstehen. Mir reichen ein paar Zeilen pro Monat nicht, vor allem, wenn ich für den nächsten Monat bereits einen Schichtplan habe und den eintragen möchte. Deshalb nehme ich mir immer die letzten Seiten meines Notizbuchs und trage dort die Monatsübersichten für das restliche Jahr ein. So habe ich genügend Platz und eine bessere Übersicht.

Das waren jetzt die Basics, auf denen das System basiert. Jetzt möchte ich euch noch ein paar zusätzliche Dinge zeigen :)

 

 


Von der Seite sieht mein Journal so aus. Oben habe ich kleine Streifen Washi-Tape auf die Seiten geklebt. Für jeden Monat eine andere Farbe. Für meine Future Log-Seiten habe ich jeweils die ganze Seite beklebt. Unten habe ich mich mal mit Colorcoding versucht. Eine Farbe für die Monatsübersichten, eine für die Tagesübersichten, usw. aber das hat nicht funktioniert. Man kann auch schön sehen, dass ein paar Seiten gewellt sind. Da habe ich ein bisschen mit Wasserfarben rumgespielt.

 
 

Zum Beispiel für meinen Frühjahrsputzplan. Künstlerisch begabt bin ich zwar nicht gerade, aber Spaß macht es trotzdem. Einfach mal quer über das Blatt malen, mit irgendwelchen Farben, kreuz und quer :)

Ein wichtiger Bestandteil für mich, ist mein Habit Tracker. Wann mache ich was? Bei mir sind es Dinge wie: etwas Gesundes essen, kein Mittagsschlaf, nach 15h keinen Kaffee mehr, mein Bett machen, Sport,...









Nicht fehlen darf die Leseliste. Wunschliste und Neuzugänge habe ich auch jeweils eine Seite gewidmet. Das Ganze geht auch mit Filmen, Serien, Musik,...










Ich hoffe, ihr habt einigermaßen verstanden, worum es geht :) Für mich ist das System super praktisch. Ich kann mir vorstellen, dass viele ihren Kalender auf dem Handy haben und auch die To-do Listen. Ich mag es so lieber, da man viel besser planen kann, wann man was macht. Und man kann sich einfach austoben. Ein paar meiner Seite habe ich nervigen Kunden gewidmet, manchmal kritzel ich einfach nur so rum und meine Schreibschrift über ich auch noch nebenbei.

Wer noch mehr Infos und Ideen haben möchte, der guckt am besten bei Pinterest und Youtube. Soooooo viele Varianten :D


7 comments:

  1. Ich habe auch seit ein paar Monaten ein Bullet Journal und liebe es :D Ich stehe total auf To-Do Listen und vorher sind die immer auf losen Blättern rumgeflogen und mit Apps habe ich es auch nie lange beibehalten, weil ich sie einfach lieber per Hand schreibe. So kann ich jetzt alles genau planen und habe alles auf einen Blick. Finde ich echt super. Meine Inspirationsquelle ist tumblr, aber auf pinterest muss ich auch mal danach schauen :)
    Bei dir finde ichs übrigens echt schön, vor allem die Wasserfarben als Hintergrund :)

    ReplyDelete
    Replies
    1. Hey Jacquyy,
      bei tumblr muss ich auch mal gucken. Da bin ich gar nicht drauf gekommen :) Ich bekomme meine Inspiration eigentlich hauptsächlich von Facebook-Gruppen wie Bullet Journal Junkies. Die haben echt immer super Tips, da hab ich auch das mit den Wasserfarben her :D
      Lg

      Delete
  2. Das ist mal eine schöne inspirirende Idee! besser also die Hefte/Planer wo alles vorgegeben ist :)
    Ich halte so was ja leider nie NIE(!) durch... aber immerhin hab ich einen kleinen Kalender für die Tasche, wo ich Essenpläne reinschreibe und alles was den Alltag betrifft und jetzt ganz neu, ein Büchlein am Rechner, wo ich Bücher notiere, die ich entdeckte/haben will/bestellt hab/ etc. Vorher passierte das nämlich immer via Erinnerungsvermögen (und das brökelt gerne) oder kleiner Zettel, die immer verschwunden sind ;)

    ReplyDelete
    Replies
    1. Genau das ist das schöne daran. Keine Vorgaben. Ich hab jetzt noch Ideen für den Blog reingeschrieben und meine Ausgaben (vor dem Ergebnis hab ich höllisch Angst :D). Du musst es einfach mal probieren. Vielleicht macht es dir ja so viel Spaß, dass du nie wieder ohne willst :D
      Meine Wunschliste und Neuzugänge habe ich auch drinne und versuche auch, nur die Bücher von der WuLi zu kaufen, damit sich alles im Rahmen hält :)

      Delete
    2. Also ich versuchs immer wieder, aber der Wille - das is ein übler Bursche... der taucht nämlich nie auf, wenn man ihn braucht :P

      Delete
  3. Ave,
    ich glaube, ich würde da trotz allem System durcheinander kommen, insbesondere bei der Aufteilung, wohin ich jetzt was schreibe. ^^' Aber trotzdem ein schöner Einblick. Falls ich doch mal selbst ein Bullet Journal anfangen sollte, werde ich diesen Artikel ganz bestimmt wieder als Inspirationsquelle hervorkramen.

    Mit freundlichen Grüßen,
    Seitenfetzer

    ReplyDelete
    Replies
    1. Huhuu,
      du kannst alles hinschreiben, wo du willst, wie dir es am besten passt :)

      Delete

Ich freue mich über alle Kommentare, also her damit :)